Das Einbindungsverhalten von Alkaliverbindungen in Additive beim Einsatz von Biomassen in Staubfeuerungen

Dissertation von Björn Beeh
Universität Stuttgart, 2024

Die weltweit steigende Nachfrage nach Energie sowie die zunehmende Diskussion um 
die Einsparung von Kohlendioxid bei der Erzeugung von Wärme und elektrischer 
Energie rücken konventionelle Kraftwerke, bei denen aus fossilen Brennstoffen Strom 
und ggf. Wärme erzeugt werden, in den Fokus. Durch den von der Politik 
beschlossenen Ausstieg aus der Atomkraft und der Verstromung von Kohle wird die 
Versorgungslage in vielen Teilen Deutschlands schwieriger. 
Die erneuerbaren Energien, wie z.B. die Nutzung von Solar und Windkraft, können 
ohne geeignete Speicherlösungen aufgrund der zeitlichen Fluktuation des 
Energieangebots diese Lücke nur bedingt schließen. Zudem liegen die großen 
Windparks, die das Potential haben große konventionelle Kraftwerke zu ersetzen, 
vorwiegend an den Küsten in Norddeutschland. Aufgrund der begrenzten Kapazität 
der Übertragungsnetze kann die hier erzeugte Energie jedoch nur bedingt zu den 
industriellen Zentren wie im Ruhrgebiet und Süddeutschland transportiert werden. 
Daher bietet es sich an, die bestehenden Steinkohlefeuerungen, denen durch den 
geplanten Ausstieg aus der Kohleverstromung die Betriebsgrundlage entzogen wird, 
auf Biomasse umzustellen. 
Aufgrund der großen Brennstoffmengen sowie der im Einsatz befindlichen 
Staubfeuerungstechnik ist nicht jede Biomasse geeignet. Maßgeblich sind die 
Verfügbarkeit, die Energiedichte sowie die Nutzbarkeit in einer Staubfeuerung. Als 
aussichtsreich aufgrund der Energiedichte, die mit Trockenbraunkohle vergleichbar ist, 
haben sich hier Pellets aus Holz und Agrarreststoffen wie z.B. 
Sonnenblumenkernschalen gezeigt. 
Durch die Lage der Steinkohlekraftwerke an der Küste oder Flüssen, die bisher 
bereits für den Transport der Kohle verwendet werden, ist die Logistik für den 
Transport von Biomasse in Form von Pellets bereits vorhanden. 
Die notwendigen Modifikationen der bestehenden Kraftwerksblöcke begrenzen sich 
überwiegend auf die Brennstoffvorbereitung. Hier werden angepasste 
Brennstoffmühlen benötigt, die den Verbund der Biomassefaser im Pellet wieder 
auflösen.
Der Einsatz von Biomasse in konventionellen Staubfeuerungen bietet den Vorteil, dass 
der Brennstoff als CO2-neutral gilt, da die freigesetzten Mengen dem entsprechen, was 
die Pflanzen während ihres Wachstums aus der Atmosphäre abgeschieden haben. 
Zudem führt der Einsatz von Biomassen zu einer deutlichen Reduktion der aus dem 
Verbrennungsprozess anfallenden Aschemassenströme. 
Neben den Vorteilen birgt der Einsatz von Biomassen auch diverse Nachteile. So 
enthalten die meisten Biomassen deutlich höhere Konzentrationen an Phosphor und 
Alkalimetallen, die im Bereich der Feuerung und des Dampferzeugers durch Korrosion 
zu Schäden und höheren Betriebskosten führen, und in den nachgeschalteten 
Aggregaten der Rauchgasreinigung ebenfalls negative Auswirkungen haben. Dies gilt 
besonders für den SCR-DeNOx-Katalysator, im Folgenden DeNOx-Katalysator 
genannt, der in den meisten Staubfeuerungen zur Reduktion der Stickoxide aus dem 
Verbrennungsprozess verbaut ist. Dieser Katalysator besteht in der Regel aus einer 
Matrix aus Titandioxid, die mit aktiven Komponenten wie z.B. Vanadiumpentoxid 
dotiert ist. So führen Phosphorverbindungen zu einem Verkleben der Poren und somit 
zu einer Reduktion der Katalysatoroberfläche. Dieser Prozess ist jedoch mit 
geeigneten Maßnahmen reversibel. Im Gegensatz dazu ist die Deaktivierung des 
Katalysators, die durch Kaliumverbindungen hervorgerufen wird, nicht umkehrbar. 
Aus diesem Grund beschäftigt sich diese Arbeit mit dem Einfluss von Additiven, die 
dem Verbrennungsprozess zugegeben werden, um die negativen Effekte auf den 
Katalysator zu reduzieren. Hierzu gibt es in der Literatur unterschiedlichste Ansätze, 
wobei in dieser Arbeit der Ansatz der Einbindung in alumino-silikatische Strukturen 
anhand von experimentellen Untersuchungen näher betrachtet wird. 
Die Arbeit gliedert sich in drei Teile, beginnend mit der Charakterisierung der 
Brennstoffe und Additive im Labormaßstab. Im zweiten Teil werden, basierend auf den 
Daten aus den Untersuchen, die im ersten Teil durchgeführt wurden, Berechnungen 
mit FactSageTM zum Freisetzungs- bzw. Einbindungsverhalten der Alkaliverbindungen 
durchgeführt. Im dritten Teil der Arbeit folgen anschließend Untersuchungen an einem 
Flugstromreaktor sowie einer Staubfeuerung, um unter realen Bedingungen die 
Aussagen des zweiten Teils der Arbeit zu verifizieren. Neben den Analysen, die direkt 
während der Versuchsreihen erfolgten, wie z.B. Emissionsmessungen, wurden auch 
Asche- und Katalysatorproben im Nachgang mittels Rasterelektronenmikroskop 
untersucht und ausgewertet.
Die Untersuchungen zeigen, dass durch den Einsatz von Additiven auf aluminosilikatischer Basis eine schnelle und stabile Einbindung des im Brennstoff gebundenen 
Kaliums im Bereich der Verbrennungsreaktion erfolgt. 
Zudem hat sich gezeigt, dass ebenfalls im Brennstoff vorkommende 
Chlorverbindungen, aufgrund des fehlenden Reaktionspartners Kalium, zu einer 
erhöhten HCl-Konzentration im Verbrennungsabgas führen. Dies kann, neben 
Emissionsproblemen bei Unterschreiten des Säuretaupunkts, zur Korrosion mit 
metallischen Werkstoffen führen. 
Die gewonnenen Erkenntnisse aus den Versuchsreihen zeigen, dass beim Einsatz von 
Additiven auf alumino-silikatischer Basis die Bildung von Kaliumchlorid bei der 
thermischen Umwandlung der untersuchten Biomassen deutlich reduziert und das 
Kalium stabil in das Additiv eingebunden werden kann. 
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